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Die Darmspiegelung

Die Darmspiegelung dient der kompletten Untersuchung des Dickdarms. Beginnend im After bis zum Blinddarm und dem hier endenden Abschnitt des Dünndarms, wird die Darmschleimhaut mittels einer Kamera, die in einem ca. 12 mm breiten Schlauch integriert ist, beurteilt. Das Kamerabild wird auf einen Bildschirm übertragen und kann so vom Arzt beurteilt werden. Viele Patienten verfolgen so ebenfalls aktiv die Untersuchung.
Der Schlauch (Koloskop) ist flexibel und wird vom untersuchenden Arzt „gesteuert“. Er enthält neben der Kamera einen Lichtleiter und verschiedene Kanäle, durch die Wasser, Luft oder entsprechende Instrumente geführt werden können. So ist es beispielsweise möglich, Polypen mittels einer Schlinge oder Zange zu entfernen („Polypen“ siehe Vorsorgekoloskopie), Schleimhautproben zu entnehmen oder auch lokale Blutungen zu stillen. Die Koloskopie ist eine sehr häufig angewandte Untersuchung, der untersuchende Arzt wird aber immer einige Tage vor der geplanten Spiegelung ein ausführliches Aufklärungsgespräch mit Ihnen durchführen, in dessen Rahmen weitere Fragen ihrerseits geklärt werden können. 

Gründe (Indikationen) für eine Koloskopie

Neben der im entsprechenden Kapitel ausführlich erläuterten Vorsorgekoloskopie, sollte eine Darmspiegelung erfolgen bei Blut im Stuhl, unklaren Bauchschmerzen, Verdacht auf chronisch entzündliche Darmerkrankungen, lang andauernden Durchfallepisoden, Nachsorge nach Darmkrebsoperation u.v.m.

Vorbereitung

Die eigentliche Darmreinigung wird zuhause durchgeführt. Am Vortag der Untersuchung sollten Sie nach einem normalen Frühstück nur ein leichtes Mittagessen zu sich nehmen. Am Abend sollten Sie dann nur die 2 Liter der Vorbereitungsflüssigkeit trinken (keine feste Nahrung). Dazu werden je 2 Beutel in einem halben Liter lauwarmen Wasser gelöst und mit kaltem Wasser auf 1 Liter aufgefüllt. Trinken Sie so insgesamt 2 Liter aus 4 Beuteln (schmeckt gekühlt deutlich besser...) möglichst binnen 90 Minuten. Dazu können nach Belieben klare Flüssigkeiten verzehrt werden.

Am Untersuchungstag dürfen vor der Untersuchung keine festen Speisen gegessen werden. Stattdessen müssen erneut 1 Liter Lösung aus 2 Beuteln vorbereitet und binnen 60 Minuten getrunken werden.
Der Darm ist ausreichend sauber, wenn sich nur noch „Kamillentee-klare“ Flüssigkeit entleert. Sollten noch feste Bestandteile beigemischt sein, bitten wir Sie, noch einen vierten Liter Vorbereitungsflüssigkeit zu trinken. Wenn die beiden „Reservebeutel“ nicht benötigt werden, bringen Sie diese bitte zur Untersuchung mit.

Bitte teilen Sie uns umgehend mit, wenn keine effektive Vorbereitung erfolgen konnte. 

Der Untersuchungstag

(bitte kein Auto fahren!)

Am Untersuchungstag sollten aktuelle Laborwerte (Blutbild, Gerinnung) vorliegen. Im Rahmen der Aufklärung wurden Sie darauf hingewiesen, dass Sie nach der Untersuchung kein Fahrzeug führen dürfen. Entsprechend müssen Sie mit einer Begleitperson erscheinen oder sich abholen lassen. In der nahen Vergangenheit hat ein Arzt eine sehr hohe Strafe erhalten, weil der Patient trotz Aufklärung und Versicherung, kein Auto zu fahren, doch mit seinem KFZ einen schweren Unfall verursacht hat. Unsere Helferinnen werden entsprechend angehalten, hier kontrollierend einzuwirken und ggf. sogar Autoschlüssel vorübergehend an sich zu nehmen. 

Untersuchungsablauf

Während der Untersuchung liegen Sie auf der linken Seite. Zuvor werden wir ihnen eine Beruhigungsspritze anbieten, so dass Sie den größten Teil der Untersuchung verschlafen.
In der Regel beginnt die Untersuchung mit einer Tastuntersuchung des Enddarms. Bereits so lassen sich ein Teil der Enddarmtumore ertasten, die Prostata und die Funktion des Schließmuskels beurteilen. Die gesamte Untersuchung dauert durchschnittlich 20-30 Minuten. Sollten sich Polypen finden, können diese in gleicher Sitzung entfernt werden. Heute muß nur noch bei sehr großen oder bereits entarteten Veränderungen eine Operation durch die Bauchwand erfolgen.

Im Anschluß an die Untersuchung können Sie, wenn notwendig, in einem eigens dafür vorgesehenen Aufwachraum „ausschlafen“ und sich anschließend abholen lassen (noch mal: Sie sind für 24 Stunden im juristischen Sinne nicht verkehrstüchtig). 

Risiken, Aufklärung 

Die Koloskopie ist mit einer Komplikationsrate von 0,01% eine häufig angewendete und sichere Untersuchung. Sollte eine Polypenentfernung notwendig werden, steigt das Risiko auf ca. 1%. An erster Stelle sind hier Blutungen zu nennen, die bis zu 14 Tage nach der Untersuchung auftreten können. Deutlich seltener werden Darmrisse beobachtet, die dann zumeist im Krankenhaus operiert oder z.T. auch nur beobachtet werden müssen.
Es ist daher wichtig, dass Sie sich bei Auftreten von starken Bauchschmerzen, Fieber oder Blutabgängen umgehend wieder vorstellen oder das Krankenhaus aufsuchen. Nehmen Sie dazu bitte unbedingt Ihren Befundbericht mit, damit die Kollegen vor Ort sich sofort ein Bild über Art und Lokalisation des durchgeführten Eingriffs machen können.

Auch eine Beeinträchtigung der Atmung durch die verabreichten Beruhigungsmedikamente sowie eine Unverträglichkeitsreaktion können eintreten. Sie werden deshalb während der Untersuchung und ggf. auch danach an einem Monitor überwacht, der die Atmung und den Puls kontrolliert. Bei Problemen kann so rasch ein Gegenmittel verabreicht werden.

Auf das für 24 Stunden herabgesetzte Reaktionsvermögen mit fehlender Verkehrstüchtigkeit wurde bereits ausführlich eingegangen.

Was der Arzt vor der Untersuchung wissen muß

Neben den aktuellen Laborwerten sind einige Fragen vor der Untersuchung zu klären, die vor allem darauf abzielen, Patienten mit erhöhten Infektions- oder Blutungsrisiko oder Medikamentenunverträglichkeiten zu ermitteln.
Der entsprechende Fragebogen ist unter dem Button „Aufklärung“ abgebildet.

Es interessieren also Voroperationen, Vormedikation, Überempfindlichkeiten und Vorerkrankungen, insbesondere der „Grüne Star“. Außerdem sind ein Herzschrittmacher und Gelenkendoprothesen von Bedeutung, da beim Abtragen von Polypen mit einer stromdurchflossenen Schlinge gearbeitet wird.

ASS sollte, wenn vertretbar, eine Woche vor der Untersuchung abgesetzt werden, Macumarpatienten müssen vorübergehend auf Heparinspritzen umgesetzt werden.

Weitere Fragen werden wir im Rahmen des Aufklärungsgespräches erläutern. Den Befund der Darmspiegelung erhalten Sie unmittelbar nach der Untersuchung, sollten Gewebeproben oder Polypen entnommen worden sein, erhält Ihr Hausarzt den entsprechenden Befund einige Tage später.

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